Turandot
Über die Theaterarbeit
Wie schon oft gestaltete sich auch heuer die Auswahl des Stückes als schwierig. Nachdem wir im letzten Jahr den Sommernachtstraum von Shakespeare gespielt haben, mussten wir der Abwechslung halber einen anderen Theaterdichter auswählen. Unsere Wahl fiel auf Schillers Turandot.
Mit der Entscheidung für Turandot mussten wir uns auch überlegen, wie diese Frauenrollen, die oft böse und als Männermordendes Scheusal dargestellt wird, für unsere Inszenierung umgesetzt werden soll.
Wir entscheiden uns für eine mensch-lichere, zeitgemäßere, weniger am Feminismus orientierte Darstellung der Turandot, vielmehr repräsentiert sie eine Frau, die gegen ihr eigenes Gefühl handeln muss, weil sie aufgrund ihrer herausragenden Stellung im Staat sich für ihr unterdrücktes Geschlecht verantwortlich fühlt und so verteidigen will.
Die Identifikation mit der zugewiesenen Rolle war für manche Jugendliche anfangs noch ein Problem, schließlich spielt das Stück in einer fernöstliche, exotischen Welt. Auch die ausgefeilte klassische Bühnensprache Schillers bereitet so manchem Mitglied der Theatergruppe Schwierigkeiten, doch mit gestiegenem sprachlichen Anforderungen wuchs auch die Bereitschaft der Schüler, mehr für Aussprache und Textvermittlung zu tun.
Aber was wäre eine Theateraufführung ohne die entsprechenden Kostüme? In dieser Frage hat uns Frau Donna Kaiser in einzigartiger Weise unterstützt. In wochenlanger, mühevoller Handarbeit hat sie 24 farbenprächtige, ausdrucksstarke Kostüme geschneidert, die den Charakter der Personen voll zur Geltung bringen.
Gleichzeitig mit dem Lesen und Lernen des Textes begann die Arbeit am Entwurf und der Umsetzung des Bühnenbildes. In mühevoller, zeitintensiver Detailarbeit gelang den Schülern Frank Pühler und Markus Hinterberger, die von anderen tatkräftig unterstützt wurden, ein phantasievolles Bühnenbild, das den Besucher in eine fernöstliche Palastatmosphäre eintauchen lässt. Ein optischen Glanzlicht konnte dem Bühnenbild aufgesetzt werden durch eine von Franz und Christoph Römer handgemalten Hintergrund, der in die Perspektive einen zweiten kaiserlichen Palastinnenhof darstellen soll.
