Arsen und Spitzenhäubchen
Inhalt
Die Handlung spielt im Haus von Abby und Martha Brewster, New York 1941.
Mortimer Brewster, ein zynischer Theaterkritiker, macht kurz nach seiner Verlobung mit Elaine Harper eine grausige Entdeckung: Seine liebenswerten alten Tanten Abby und Martha sind in Wahrheit Mörderinnen – aus purer Nächstenliebe. Mit vergiftetem Holunderwein haben sie schon ein rundes Dutzend älterer Herren endgültig von ihrer Einsamkeit erlöst. Alle Leichen sind im Keller der ehrwürdigen Brewster-Villa in Brooklyn begraben. Diese Aufgabe besorgte Mortimers geistig verwirrter Halbbruder Teddy, der sich einbildet, Präsident Theodore Roosevelt zu sein, und jedes neue Grab zu einer Schleuse für den Panama-Kanal erklärt.
Während Mortimer verzweifelt versucht, die Tanten von ihrem nächsten Mord abzuhalten, platzt auch noch sein anderer verschollener Halbbruder Jonathan herein, ein irrer Massenmörder, dem sein Freund, der ebenfalls polizeilich gesuchte Quacksalber Dr. Einstein, mit Hilfe plastischer Chirurgie eine neue Identität verschaffen soll.
Als Jonathan erfährt, dass die beiden Tanten genauso viele Leichen auf dem Kerbholz haben wie er, will er sein „Konto“ mit der Ermordung Mortimers aufbessern. Auf dem Gipfel der immer chaotischer werdenden Situation kommt es zum unverhofften Happy-End: Jonathan wird verhaftet, die Tanten und Teddy erwartet ein gemütlicher Platz in einer Nervenklinik.
Über die Theaterarbeit
Nachdem wir in den letzen Jahren mit Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ und Schillers „Turandot“ klassische Stücke auf die Bühne gebracht hatten, war für uns alle klar, dass wir unseren Zuschauern etwas Modernes aus dem Bereich der leichten Unterhaltung bieten wollten.
Wir dachten zunächst an Kriminalstücke von Agatha Christie, kamen dann aber schnell zur Einsicht, dass das Lustige nicht fehlen dürfe. Schließlich kauften wir uns einen Text von Curt Goetz: „Dr. med. Hiob Prätorius“ – eine deutsche Kriminalkomödie nach dem Vorbild der Sherlock-Holmes-Geschichten. Es ist ein gutes Stück, leider etwas zu lang, und es hat nur eine große Frauenrolle.
Zufällig hatte Ruth Bitai in Wien das Stück „Arsen und Spitzenhäubchen“ gesehen, das viele andere vom Film her kannten. Wir ließen uns ein Prüfexemplar vom Deutschen Theaterverlag schicken, und siehe da, die Rollenverteilung passte genau zu unserer Gruppe. Bei der Lektüre des Textes hat uns dann die witzige, teilweise groteske, aber auch spannende Handlung des Stücks davon überzeugt, dass wir die richtige Wahl getroffen hatten. Die Zeit drängte, es war schon Ende September. Die Rollen waren schnell verteilt, Frank Pühler und Markus Hinterberger übernahmen die Gestaltung des schwierigen und aufwändigen Bühnenbildes, Ruth Bitai kümmerte sich um die Regiearbeit.
Jeden Freitag trafen wir uns zu einer 90-minütigen Probe in einem kleinen Probenraum im Neubau. Zunächst musste hart am Text gearbeitet werden (Aussprache, Satzbau, Betonungen, Tonfall), später wurden einzelne Szenen im Zusammenhang geübt. Das Wichtigste aber war die Probenarbeit an sechs langen Wochenenden (Freitagnachmittag bis Sonntagnachmittag), wo intensiv in der Aula oder in den Nebenräumen geprobt wurde. Langsam zeigten sich auch Fortschritte beim Auswendiglernen des Textes, so dass sich die jungen Schauspieler zunehmend auf das darstellende Gestalten ihrer Rolle konzentrieren konnten.
Daneben wurde fleißig am Bühnenbild gearbeitet, sogar in den Faschingsferien (vgl. dazu den Artikel über den Bühnenbau von Frank Pühler!). Endlich waren wir so weit, dass wir am vierten Probenwochenende das Stück zum ersten Mal ganz durchspielen konnten. Da gab es, wie nicht anders zu erwarten war, noch vieles zu kritisieren und zu verbessern. Aber dank der unermüdlichen Regiearbeit von Ruth Bitai konnten wir am fünften und sechsten Probenwochenende große Fortschritte erzielen. In der Zwischenzeit mussten die Kostüme und Requisiten besorgt werden. Wo findet man das passende Mundstück für eine Posaune? Wo gibt es Uniformen für amerikanische Polizisten? Was nehmen wir als Ersatz für Holunderwein? Viele solcher Fragen tauchten auf und mussten gelöst werden.
Während der letzten Tage vor der Premiere wurde am Nachmittag und manchmal auch am Abend intensiv geprobt, die letzten Unstimmigkeiten und Fehlerquellen wurden beseitigt, auch die Leute vom Licht und von der Technik waren nun voll im Einsatz. Neben all dieser Probenarbeit darf nicht vergessen werden, dass die Schüler auch im Unterricht und bei den Haus- und Schulaufgaben stark gefordert wurden. Zwei Schüler stehen kurz vor der Abiturprüfung.
Letztendlich ist durch das Zusammenwirken aller Beteiligter eine liebevolle, jugendlich beschwingte Inszenierung entstanden, die den Vergleich mit anderen Theatergruppen nicht scheuen muss und die den Zuschauern zweieinhalb vergnügliche Stunden bereiten wird. Allen Mitwirkenden und Helfern gilt unser aufrichtiger Dank.
